Unsere Schweinebande

 

Heute möchte ich euch mal unsere beiden pelzigen Mitbewohnerinnen vorstellen. Wurde ja auch Zeit!

Wir haben unsere Meerschweinchendamen im Oktober 2008 von einem meiner ehemaligen Kollegen übernommen. Es waren eigentlich die Tiere seiner drei Kids… da diese aber mittlerweile kein Interesse mehr an den Meeries zeigten und sich eigentlich nur noch die Eltern darum kümmern mussten, sollten die beiden abgegeben werden. Habe mich natürlich sofort bereit erklärt, ich liiiebe Meerschweinchen 😀

Stefan und ich halten nicht viel von den herkömmlichen Käfigen, weil diese schlichtweg zu klein sind. Meerschweinchen sind recht agile Tiere und in den handelsüblichen Plastik-Gitter-Behausungen ist einfach zu wenig Platz, wenn so eine Sau mal ’ne Runde toben will. Also haben wir ein Regal von einem schwedischen Möbelanbieter gekauft und nach unseren Vorstellungen umgebaut.

Die Schweineburg

Die Schweineburg

 Hat uns einiges an Zeit, Geld und Nerven gekostet, aber als das Ding erstmal fertig war, waren wir natürlich stolz wie Oskar. Und die schönste Belohnung war, dass die Schweine ihr neues Heim gut aufgenommen haben. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase, vorallem in Bezug auf die Rampen, ging’s plötzlich lustig zu im Stall. Ich find’s immer noch sehr amüsant, wenn die zwei den Stall glucksend auf und ab wackeln. 

Auf dem Bild sieht der Stall übrigens noch recht karg aus, das war ganz frisch nach dem Einzug. Mittlerweile steht natürlich etwas mehr und auch anderes drin. Die Schweine gucken auch jedesmal nach dem Ausmisten, ob ich auch wirklich wieder alles reingestellt habe. Da wird erstmal quer durch geschnuffelt und jede Ecke untersucht *lach*

Mittlerweile ist der Stall ein knappes halbes Jahr in Benutzung und währenddessen haben wir das eine oder andere entdeckt, das man hätte anders machen können/sollen. Aber war ja unser Erstlingswerk und dafür ist er wirklich ok geworden. Der nächste wird dann perfekt 😉 (und auch größer)

 Nun aber zu den beiden Hauptakteuren…

Die Wilma

Wilmanase

Wilmanase

 
 Wilma ist eine Zicke wie sie im Buche steht und lässt sich nichts gefallen. Weder von uns beiden und schon gar nicht von ihrer Mitbewohnerin Betty. Im Grunde genommen ist die Wilma ein eher gemütliches Schweinchen. Wenn’s aber Futter gibt, steht sie sofort quieksend und Männchen machend da, plötzlich wird man ganz sportlich.
 
Obwohl sie ja eigentlich eine recht resolute Dame ist, hat sie  große Angst vor dem Autofahren, da hilft dann nichtmal eine Beruhigungskarotte. Leider muss das Fahren aber ab und an sein.
 
 
 Die Betty
 
Bettyschnäuzchen

Bettyschnäuzchen

   
Betty ist ein vorsichtiges und schüchternes Mäuschen (ist auch nicht so zutraulich wie unsere Dicke) und wird manchmal ganz schön von Wilma geärgert. Vorallem wenn es ums Fressen geht, wird sie immer erstmal beiseite geschubst oder ihr wird frech die Gurke unter der Nase weggezogen. Betty ist aber sehr gutmütig und wehrt sich nur selten… dann zwickt sie aber schon mal zu, wenn’s ihr gar zu bunt wird. Betty spaziert übrigens gerne durch den Stall und führt Selbstgespräche *lach*
 
 
Ja, das sind unsere beiden Süßen. Hab ganz furchtbar viel Freude an den beiden, auch wenn das Ausmisten manchmal schon ganz schön nervt und das Heu bzw. die Streu ein Eigenleben entwickeln und sich gern im ganzen Zimmer verteilen. Aber wer kann solchen Knopfäuglein schon widerstehen? *seufz*
 
Last but not least noch drei wichtige Infos, die man sich unbedingt zum Wohl der Tiere zu Herzen nehmen sollte:
  • Meerschweinchen sind Rudeltiere und keine Einzelgänger. Daher bitte niemals alleine halten, sondern mindestens einen Artgenossen dazunehmen! Zwei Meeries kosten nicht viel mehr Geld und Zeit als eines und für die Tiere ist es einfach viel, viel schöner, wenn sie jemandem zum unterhalten haben – für den Menschen übrigens auch, denn erst zu mehrt sieht man, was für fröhliche Tierchen das sind. Menschen oder andere Tiere können keinen Schweinekumpel ersetzen… oder möchtet ihr euch euer Leben lang nur mit einem Kanarienvogel unterhalten?!
  • Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere. Anders als Hunde oder Katzen stehen die absolut nicht drauf, geknuddelt zu werden. Auch wenn das Augenschließen und das Gurren, welches die Tiere beim „Zwangskuscheln“ mit dem Menschen oft von sich geben, nach Wohlfühlen klingt. Dem ist nicht so – dieses Verhalten zeigen Schweine, wenn sie Angst haben und sich selbst oder Artgenossen beruhigen wollen. Meerschweinchen kuscheln übrigens auch untereinander sehr selten. Und wenn sie’s doch tun, haben die Armen große Angst und versuchen, sich dadurch Sicherheit zu geben. Sorry, so leid es mir tut – Schweinchen sind nur zum Gucken da, zum Kuscheln müsst ihr euch was anderes besorgen. Wenn ihr aber Geduld habt, dürft ihr eure Schätze vielleicht nach einiger Zeit am Köpfchen kraulen, ohne dass sie gleich empört quieksend das Weite suchen 😉
  • Zur Ernährung tobt unter Schweinehaltern ein teils heftiger Streit: Anti-Trockenfutter gegen Pro-Trockenfutter. Ich denke, das muss jeder für sich selbst entscheiden, was er seinen Tieren füttert. Meine Schweine bekommen ausschließlich Heu und Frischfutter, letzteres dreimal am Tag und immer schön abwechslungsreich. Ich habe mich für das Frischfutter entschieden, weil auch wilde Schweine derartiges fressen und kein Getreide – was ja leider massig im Trockenfutter enthalten ist. Getreide enthält viel Fett, Zucker und Stärke und das kann einfach nicht gesund sein, Stichwort Fettleber.

Viele widersprechen in Hinblick auf diese drei Punkte immer und behaupten, ihre Schweine seien glücklich und schon ziemlich alt (was ja natürlich unbedingt ein zwingender Beweis für gute Haltung ist *augenroll*). Das mag ja sein. Ich selbst hatte als Kind ebenfalls ein Meerschweinchen und habe alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Im Nachhinein weiß ich: das war ne echt arme Sau. Aber ich wusste es nicht besser. Mittlerweile habe ich mich besser informiert und weiß Bescheid. Und das Wichtigste: ich sehe an meinen Schweinen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Habe ja den Vergleich zu meinem früheren Schwein.

Haustiere können nicht für sich selbst entscheiden, sie sind völlig auf ihre Besitzer angewiesen – deswegen sollten diese sich alle Mühe geben, den Tieren ein schönes Leben zu ermöglichen. Wenn man nicht die Voraussetzungen oder gar den Willen hat, Tiere artgerecht und gut zu halten, dann sollte man es besser gleich lassen. Aber das sollte ja eigentlich ein logischer Gedankengang sein, sofern man sich als tierlieb bezeichnet, oder?