Navigationsabenteuer

Gestern Abend haben wir uns zur Baby-Besichtigung aufgemacht. Mein Cousin und seine Frau haben am Sonntag ihr zweites Kind bekommen – wieder ein Mädchen. Die Neugierde war natürlich groß, also haben wir uns nach Feierabend alle gemeinsam ins Krankenhaus aufgemacht. Wir wurden nicht enttäuscht… die kleine Alice (bitte italienisch aussprechen, wir sind schließlich nicht im Wunderland 😉 ) ist wirklich wunderhübsch und sooo winzig. Beim Abschied schlug die frischgebackene Mama dann noch vor, dass wir den Papa auf dem Rückweg besuchen könnten, er sei mit der Großen und seiner Mutter zuhause und würde sich sicherlich auch über einen Besuch freuen.

Gesagt, getan. Da mein Cousin in der schwäbischen Pampa wohnt, hat mein Vater sein Navi angeworfen. Zuerst ging noch alles gut, doch kaum waren wir aus der Stadt heraus, machte sich beim Männchen im Navi Verwirrung breit. „Bitte nach 100 m rechts abbiegen.“ Die Straße kam uns zwar etwas merkwürdig schmal vor, doch nun gut. Als die Straße nicht breiter wurde, steigerte sich unser Misstrauen. Das Navi wies uns dann tatsächlich auch schon an, links abzubiegen… in einen Feldweg. Mein Vater hatte daraufhin genug, wendete und fuhr erstmal wieder auf die Hauptstraße. Den richtigen Weg haben wir dann ganz alleine gefunden, das Navi war erst nach 1-2 km wieder auf dem aktuellen Stand. Zum Glück spricht das Männchen so nett Bayrisch, da dreht man ja gern mal eine Ehrenrunde 😉

Natürlich kamen während dieser misslungenen Fahrt Erinnerungen an ein weiteres Navi-Erlebnis hoch, das wir vor einigen Jährchen hatten. Damals waren wir unterwegs zu meinem Onkel, der ebenfalls irgendwo weit draußen in der Pampa lebt. Den Weg kannten wir eigentlich… allerdings wurde damals ein Straßenabschnitt saniert und die Umleitung war alles andere als deutlich ausgeschildert. Also durfte wieder das Navi ran. Dieses kannte jedoch offensichtlich auch nur den Weg, den wir kannten. Die Umleitung hat es nicht gefunden und schickte uns stattdessen über Feld- und Waldwege. Wir haben uns köstlich amüsiert, zumal wir über diese Schleichwege tatsächlich heil am Ziel ankamen. Zwar maßlos zu spät, aber immerhin.

Was lernen wir daraus? Trotz Navi sollte man beim Autofahren nicht den Kopf ausschalten 😉

Der Ansicht ist mein Vater auch, aber ab und an probieren wir gerne mal aus, wo uns das Navi hinführen würde. Mein Schatz  hingegen steht so gar nicht auf Navis – er liebt Karten und hält sich dementsprechend daran. Wenn eine Fahrt mit unbekanntem Ziel ansteht, sieht er sich den Weg erstmal auf seinen Karten an und fährt dann danach, notfalls muss seine Beifahrerin während der Fahrt nochmal nachgucken. Ich persönlich steh ja auf Routenplaner, die Ausdrucke müssen bei mir immer mit. Wobei ich mich mit denen auch schon einige Male ziemlich verzettelt habe, aber das ist eine andere Geschichte… 😉

Hattet ihr mit euren Navis ähnliche Erlebnisse oder habt ihr etwa gar keins? Wobei letzteres heutzutage ja fast schon ein Ding der Unmöglichkeit ist *augenroll*

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COPD

Bis vor wenigen Monaten konnte ich mit dieser Buchstabenfolge nix anfangen, geschweige denn mir darunter etwas vorstellen. Um ehrlich zu sein wusste ich nicht einmal, dass es sowas gibt.

Bis mein Opa Anfang des Jahres ins Krankenhaus kam. Er litt unter einem üblen Magen-Darm-Virus und da er Diabetiker ist und zudem herzkrank, hielt es seine Hausärztin für klüger ihn ins Krankenhaus zu überweisen. Die Magen-Darm-Geschichte klang denn auch tatsächlich nach einigem Hin und Her ab und überließ den Platz einer Lungenentzündung. Stutzig machte uns, dass mein Opa seit 1-2 Jahren generell anfällig für Lungenentzündungen ist und als es ihm immer schlechter ging, drängten wir auf eine Verlegung in das hiesige Bundeswehr-KH. Mit Erfolg. Nach einigen Untersuchungen stand denn auch bald eine Diagnose… COPD.

COPD bedeutet Chronic Obstructive Pulmonary Disease. Zu deutsch: chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Zusammenfassend kann man sagen, dass hierbei die Bronchien und die Lungenbläschen angegriffen sind, was zu Husten, Auswurf und Atemnot führt. Durch bestimmte Faktoren wie z.B. Infekte und andere Krankheiten verschlimmert sich das Ganze, die Krankheit macht einen sogenannten Schub. Hier kann ein Schnupfen sehr, sehr ernste Folgen haben. Leider lässt sich COPD nicht heilen. Es lässt sich lediglich das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Laut Wikipedia ist COPD in den USA heute bereits die vierthäufigste Todesursache, Tendenz steigend. Ursachen hierfür sind Umwelteinflüsse, Staubbelastung und ganz vorne das Rauchen. Fast alle COPD-Patienten sind/waren Raucher. Also liebe Raucher: schmeißt eure Kippen in die Tonne, tut weder euch, noch euren Lieben einen derartigen Kummer an!

Was macht man nun also, wenn man so eine Diagnose erhält? Selbstverständlich war die ganze Familie völlig durch den Wind und vorallem die ersten Wochen waren sehr schwer, musste man sich doch plötzlich mit einer schweren und lebensbedrohlichen Krankheit eines lieben Menschen auseinandersetzen. Insbesondere mein Opa und meine Oma als Direktbetroffene waren ganz elend. Und wenn ich an die beiden denke, so ängstlich und besorgt, kommen mir noch immer die Tränen.

Aber tatsächlich… man arrangiert sich. Nachdem der erste Schock etwas abgeklungen war und man sich ausgiebig zum Thema informiert hatte, zog der Alltag langsam wieder ein. Mittlerweile können wir damit umgehen und gerade meine Großeltern haben sich daran gewöhnt, ihre Wohnung mit einem blubbernden Sauerstoffgerät und einer Hausapotheke von beeindruckendem Umfang zu teilen. Und auch daran, einen großen Bogen um kranke Menschen zu machen und ihre Ernährung umzustellen. Es ist mühsam und manchmal alles andere als schön und doch sind wir froh, dass wir nun eine Diagnose haben und dementsprechend handeln können.

Momentan sind wir auf der Suche nach einem Sauerstoffkonzentrator. Die Kasse stellt natürlich nur ein Beatmungsgerät zur Verfügung. Leider ist das von der Kasse überlassene Gerät nicht geeignet, um über’s Wochenende wegzufahren. In zwei Wochen findet allerdings eine große Familienfeier bei Stefans Eltern statt, an der meine Großeltern wahnsinnig gern teilnehmen würden… für diesen Anlass versuchen wir daher gerade eine Lösung zu finden. Ideal wäre es, wenn man Geräte für wenige Tage anmieten könnte – ist das möglich? Auch bei ebay stehen neuwertige Geräte zum Verkauf, eventuell wäre auch das eine Investition wert.

Wenn also jemand von euch einen Tipp für uns hat, wäre ich sehr dankbar. Ansonsten würde mich interessieren, ob euch die Krankheit COPD bekannt ist und ob ihr gar einen Betroffenen kennt. Ich kannte die Krankheit nämlich nicht und bin nach wie vor brennend an allen neuen Infos und Berichten interessiert.

Danke an alle für’s geduldige Lesen – dieses Thema war mir sehr wichtig.