Foccaccia Pugliese

Heute gibt es mal ein italienisches Rezept, das immer wieder gut ankommt. Es handelt sich dabei um Foccaccia, eine Art Pizzabrot. Es gibt verschiedene Varianten: im Norden ist die Foccaccia eher flach und wird ohne Tomaten zubereitet, im Süden ist sie hingegen „fluffiger“ und mit Tomaten belegt. Das Rezept, welches ich verwende, kommt aus Apulien, woher ja auch meine Familie stammt. Und falls es jemand wissen möchte,  man spricht das „Fokatscha puljese“ aus 😉

  • 500g Mehl
  • 1 Kartoffel à 200g
  • Olivenöl
  • 1 Würfel Hefe
  • Salz
  • Zucker
  • 10 Tomaten
  • Oregano

Die Kartoffel weich kochen und fein zerdrücken.
Die Hefe mit einem gestrichenen TL Zucker in etwas warmem Wasser auflösen.
Das Mehl in eine große Schüssel geben. Zusammen mit der zerdrückten Kartoffel, 3 EL Olivenöl, 1 gestrichenem EL Salz und dem Hefewasser verkneten. Wahrscheinlich werdet ihr noch etwas mehr Wasser benötigen, damit daraus ein schöner, glatter Teig wird.
Den Teig an einem warmen Ort für 1 Stunde gehen lassen.
Ein Backblech oder eine Auflaufform mit Öl einfetten und den Teig hineinstreichen. Ich persönlich mag die Auflaufform lieber, da die Foccaccia darin besser hochkommt.
Die Oberseite des Teigs wird ebenfalls mit Olivenöl eingepinselt. Die Tomaten halbieren und mit der Schnittfläche nach unten in die Masse drücken und anschließend mit Salz und Oregano bestreuen.
Im vorgeheizten Backofen bei 200° für etwa 15-20 Minuten backen.

Schmeckt warm oder kalt, pur oder mit Mortadella und Käse. Ich mag’s in jeder Variation Lachen

Oh, du mein schönes Heimatland…

Pa|t|ri|o|tis|mus der;-: durch eine gefühlsmäßige Bindung an die Werte, Traditionen o.Ä. des eigenen Landes geprägte, oft mit Überheblichkeit, mit unkritisch übertriebenem Stolz verbundene [politische] Haltung, Einstellung; vaterländische Gesinnung

So umschreibt das Duden Fremdwörterbuch den Begriff „Patriotismus“. Erkennt ihr euch darin wieder oder haltet ihr euch vielleicht für patriotisch, versteht aber etwas ganz anderes darunter?

Ich selbst erkenne mich in der obigen Erklärung nicht. Das Schlüsselwort ist für mich hier der Stolz. Den empfinde ich in Bezug auf gar kein Land. Vielleicht weil ich sowieso zwei Nationalitäten besitze? Ich mag Deutschland, ich mag Italien. Auch wenn viele jammern und sich beschweren – ich mag Deutschland und ich lebe gern und gut hier. Das mache ich hauptsächlich daran fest, dass ich hier aufgewachsen bin und sich alles, was mir wichtig ist, in Deutschland befindet. Italien mag ich auch – dort ist vieles ganz anders als hier, aber auch dort gibt es neben der Familie viele Dinge, die ich sehr schätze. Aber stolz? Stolz bin ich auf keines der Länder.

Stolz bin ich auf Familie und Freunde und nicht zuletzt auf mich selbst, wenn eine schwierige Hürde erfolgreich genommen wurde. Stolz ist für mich ein Gefühl, dass in meinem Kopf an mir bekannte Menschen und deren Leistung gekoppelt ist. In Deutschland und Italien leben zusammen ca. 142 Millionen Menschen. Ich kenne nur einen winzigen Bruchteil davon und selbst da bin ich nicht auf alle stolz. Genauso verhält es sich bei mir mit Sätzen wie „Da muss man sich ja schämen, Deutscher zu sein.“ Was kann ich denn für das Verhalten einiger Schwachmaten?! Dass ich in Deutschland geboren wurde und somit Deutsche bin, verdanke ich der Leistung von niemandem. Sowas passiert. Ich hatte nur das Glück, dass ich gleich zwei Länder abbekommen habe.

Ob ich ein Land lieber mag? Hm, eigentlich nicht. Wie oben bereits erwähnt, gibt es in beiden Ländern Aspekte, die mir zusagen. Genauso wie es in beiden Ländern Dinge gibt, die mich stören und manchmal auch ganz schön ärgern. Wie das eben bei so vielem ist im Leben gibt’s auch da kein schwarz und weiß, sondern sehr viel grau dazwischen. Leute, die „mit Überheblichkeit, mit unkritisch übertriebenem Stolz“ auf ihr Land stehen, sind mir suspekt. Mit denen kann man so schlecht diskutieren. Davon kenn ich auch ein paar, unter anderem in der eigenen Familie, ich geb’s ja zu *g*

Ich weiß nicht, irgendwie ist das Patriotismuskonzept nichts für mich. Es gibt soviele tolle , interessante und wunderschöne Länder, die mit den Menschen, die darin wohnen ebenfalls bermerkenswerte Leistungen vollbringen, genauso aber auch dumme Fehler begehen. Warum sollte ich mich da, gerade in Zeiten der berühmt-berüchtigten Globalisierung, auf ein Land fixieren, nur weil mich ein kosmischer Zufall vor nunmehr bald 28 Jahren nach Schwaben katapultiert und mir zudem noch Verwandtschaft in Süditalien beschert hat? Ich denke – und da mag man mich jetzt gerne eine hoffnungslos idealistische Romantikerin schimpfen  😉 – sofern jeder versucht, ein friedliches Miteinander aller Weltenbürgern anzustreben, ist die Nationalität dann sowieso nur noch zweitrangig.

Missverständnis

Stefan und ich haben vor wenigen Wochen beschlossen, das Thema Heiraten nach über 4 Jahren glücklichem Beisammensein ernsthaft anzugehen. Die Nachricht haben wir erstmal im engsten Familienkreis verkündet – unseren Eltern und meinen Großeltern. Dabei haben wir unter anderem erwähnt, dass unser Vorgespräch beim Standesamt am 9. Juli stattfindet. Die Hochzeit selbst soll im Herbst, spätestens im kommenden Frühjahr steigen. Nun ist mein Opa ja Italiener und versteht nach all den Jahren, die er schon hier lebt, noch immer einiges falsch, wenn er es auf Deutsch erzählt bekommt. Ich habe zwar auch auf Italienisch mit ihm darüber geredet, aber etwas schlecht hören tut er halt noch obendrein 😉

Heute beim allsonntäglichen Mittagessen bei meinen Eltern, rief meine Tante aus Italien an. Wie das bei uns so ist, wenn „Italien anruft“, wurde der Hörer von dem einen zum anderen weitergereicht, damit jeder ein kleines Pläuschchen mit meiner Tante halten konnte. Als die Reihe an mir war, wurde ich natürlich gleich auf die bevorstehende Hochzeit angesprochen. Mein Opa hatte es ihr also schon erzählt. Im Laufe der Plauderei stellte sich dann jedoch heraus, dass mein Opa da was falsch verstanden hatte. Er dachte nämlich, wir würden schon am 9. Juli heiraten… also übernächste Woche! Und so hatte er es auch meiner Tante erzählt. Da war die Verwirrung bei den Verwandten in Italien natürlich groß. Vier Jahre zusammen und plötzlich muss es so schnell gehen?! Ist da etwa schon Nachwuchs im Anmarsch?!?! Ich konnte meine Tante natürlich schnell beruhigen. Alles nur ein Missverständnis, wir machen ganz brav einen Schritt nach dem anderen. Außerdem wäre ihr dann natürlich schon lange eine Einladung in den Briefkasten geflattert. Ende gut, alles gut. Da hatten wir heute ganz schön was zu Lachen beim Essen.

Tja, da sieht man mal wie schnell Gerüchte entstehen können *g*

Der Soundtrack meines Lebens – ein Auszug

 
„Nichts ruft die Erinnerung an die Vergangenheit so lebhaft wach wie die Musik.“
Anne Louise Germaine de Stael, (1766-1817), frz.-schweiz. Autorin

Eben bin ich auf Youtube über ein paar alte Songs von Paradise Lost gestolpert. Die ersten Töne haben ausgereicht, um mich umgehend in ein Zugabteil zu versetzen. Das erste Jahr meiner Studienzeit bin ich nämlich täglich per Bahn von Ulm nach Augsburg, wo ich studiert habe, gependelt. Immer dabei… mein Discman und diverse CDs. Unter anderem die „Draconian Times“ von Paradise Lost. Und noch eine musikalische Zugerinnerung: bei My Dying Bride sitze ich automatisch in der Scottish Railway und fahre mit meiner Freundin durch die Highlands… und denke dabei an einen gewissen Mike aus Glasgow, aber das ist eine andere Geschichte 😉

 Aber auch aus meiner Kindheit ist mir einiges in Erinnerung geblieben. Ganz schrecklich: „Boys, Boys, Boys“ von Sabrina Salerno. Ein musikalischer SuperGAU, lässt mich aber doch immer an die Sommerferien denken, die wir bei meiner Familie in Italien verbracht haben. Da ist die Rennhenn dann wieder ein Küken, das auf dem Rücksitz laut (und falsch!) mit Bruder, Cousin und Cousine aus dem Autofenster heraus singt. Besonders warm ums Herz wird’s mir bei „She drives me crazy“ von den Fine Young Cannibals. Da bin ich dann wieder 8 Jahre alt und stehe mit meiner Mama abends in der Küche und backe Kuchen. Wie jeden Freitag. Und wie jeden Freitag läuft nebenher die Hitparade auf Bayern 3.

 Oder „Das Beste“ von Silbermond. Ich weiß, total kitschig und ca. 1 Milliarde Pärchen haben das zu IHREM Song auserkoren. Und trotzdem… mein Schatz hat mir die Maxi zum vorletzten Valentinstag zusammen mit einer Rose überreicht und wenn ich nun das Lied im Radio höre, werd ich plötzlich ganz glücklich.

 Mit manchen Liedern verbinde ich aber auch Negatives. So kann ich beispielsweise „November Rain“ von Guns’n’Roses nicht mehr anhören. Wenn das irgendwo gespielt wird, muss ich den Raum verlassen. Das Lied wurde auf der Beerdigung eines Freundes gespielt, seither kann ich es nicht mehr ertragen.

Musik ist was Wundervolles. Musik transportiert Stimmung und sie macht Stimmung. Sie schafft Erinnerungen an gute Momente und an schlechte Momente. Sie unterstreicht das Leben. Soundtrack eben.

Erzählt mir von euren Soundtracks, was sie euch bedeuten und was ihr damit verbindet.