Schneckensaft

Kürzlich habe ich mich mit einer Kollegin unterhalten und da bei uns im Büro gerade ein Virusinfekt den anderen ablöst, führte uns das Gespräch bald zum Thema Hausmittelchen gegen alle möglichen Wehwehchen. Meine Kollegin erzählte mir von rotem Schneckensaft, den ihre Nachbarin wohl gerne bei Husten einnimmt. Schon der Name lässt nichts Gutes ahnen. Google offenbarte dann das ganze Grauen, das hinter diesem Begriff steckt, denn in den Weiten des Internets haben wir nicht nur die Inhaltsstoffe entdeckt (Schnecken!), sondern tatsächlich auch eine Anleitung zur Herstellung dieses Gebräus. Geht ganz einfach: Man sammle eine ordentliche Anzahl an Nacktschnecken und lege diese schichtweise mit Zucker in ein großes Einmachglas. Der Zucker löst die Schnecken weitestgehend auf. Wenn von den Tierchen nicht mehr viel übrig ist, wird die Flüssigkeit abgeseiht und mit hochprozentigem Alkohol vermischt. Wohl bekomm’s!

Ich finde das in so ziemlich jeder Hinsicht bäh und muss schon seit Tagen daran denken. Irgendwie werde ich nicht damit fertig, dass jemand ernsthaft loszieht, sich arme, wehrlose Schnecken krallt, diese dann brutal in Zucker zersetzt und das Ergebnis auch noch zu sich nimmt. So einen schlimmen Husten kann man doch nicht haben. Oder doch? Ich persönlich halte mich lieber weiterhin an die altbekannten Mittelchen und Arzneien. Schneckensaft wäre mir dann doch zu… öhm, alternativ.

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12 Kommentare zu “Schneckensaft

  1. Katja sagt:

    Ernsthaft jetzt? Eigentlich hatte ich da nur drauf geklickt, weil ich dachte es handelt sich um einen ausgefallenen Namen für irgendwelche Zwiebelgebräue. Irgendwie ist mir jetzt schlecht. Sowas kann doch kein Mensch machen! Das finde ich jetzt wirklich widerlich. Und gruselig. Igitt! Hoffentlkich kann ich heute nacht schlafen. 😦

  2. AndiBerlin sagt:

    Boah nee. Jetzt bekomme ich bestimmt Alpträume. Ist ja eklig.

  3. Berserker sagt:

    Naja, im ersten Moment klingt das sehr obskur aber an sich sind wir Menschen eh nicht so zimperlich mit Nutztieren und Umwelt. Zum Beispiel haben Fische auch nicht so viel Spaß dabei, sich ohne Lunge auf dem Fischfangschiff aufzuhalten. Aber ich würde trotzdem auch keinen Schneckensaft herstellen oder konsumieren. Kann man jedenfalls nur hoffen, das nicht irgendein anderes Lebewesen auf die Idee kommt, sich zu solch einem hochwertigen Parasiten zu entwickeln, wie es der Mensch ist.

    • rennhenn sagt:

      Ja, das stimmt schon. Man unterscheidet immer recht schnell zwischen den verschiedenen Tieren. Bin trotzdem beruhigt, dass du keinen Schneckensaft haben möchtest 😉

  4. Tauchi sagt:

    Na wir haben ja schon Samstag diskutiert, dass sowas echt bäh und widerlich ist 😦 ich finds schlimm in jeder Hinsicht …

  5. sisterbloom sagt:

    Auf Pro7 gab es vor vielen Jahren mal eine Sendung im Stil des Dschungelcamps. Da haben die das auch trinken müssen. Seit dem weiß ich, dass es sowas gibt und jedes Mal schüttelt es mich, wenn ich spontan daran denke.
    Dieses „hHusmittelchen“ ist schon sehr sehr alt. Wer kam denn da mal auf die Idee, sowas auszuprobieren?! Wie verzweifelt muss man denn gewesen sein, dass man sich dachte „Och joa, probieren wir mal aus, was passiert, wenn ich Schnecken in Zucker auflöse und dann trinke“?

    • rennhenn sagt:

      Das hab ich mich auch schon gefragt. Vielleicht ist mal jemand mit ganz schlimmem Husten in eine zufällig durch Zucker aufgelöste Schnecke reingefallen – mit dem Mund voran, versteht sich – und hat dadurch eine Wunderheilung erfahren. Ich hab keinen Schimmer. Mir fällt kein Grund ein, auf eine solch merkwürdige „Arznei“ zu kommen.

  6. Soni sagt:

    Wie gruslig ist das denn, hab ich noch nie von gehört und würde das auch nie, niemals im Leben probieren und wenn ich für den Rest des Lebens Husten hätte.
    LG Soni

    • rennhenn sagt:

      Das kennt offenbar niemand. Meine Kollegin von der ich das weiß, hat früher in einer Apotheke gearbeitet und meinte, dass dort immer ein bis zwei Flaschen Schneckensaft vorrätig waren. Ich werde bei Gelegenheit mal eine ehemalige Klassenkameradin, die inzwischen Apothekerin ist, dazu befragen.

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