Wunderliches aus der Welt der Pilze

Als Kind war ich ab und an mit meinem Opa Pilze sammeln. Die meisten gesammelten Pilze waren arg wurmstichig, was meinen Opa dennoch nicht davon abgehalten hat, sie entweder zu braten oder einzulegen. Ich weiß leider bis heute nicht, welche Pilze wir da immer geholt haben, allerdings haben sie immer gut geschmeckt. Inzwischen bin ich schon viele, viele Jahre nicht mehr auf Pilzsuche gewesen, meinen Opa gibt es leider mittlerweile auch nicht mehr. Ich würde schon gerne mal wieder los ziehen, aber ich traue es mir alleine nicht zu. Ich hätte zu große Angst, versehentlich einen giftigen Pilz einzusammeln.

Der guten, alten Zeiten wegen habe ich mir also vor einiger Zeit ein Pilzbestimmungsbüchlein gekauft, das es günstig im Supermarkt gab. Daheim beim Blättern ist mir dann aufgefallen, was für merkwürdige Namen unsere heimischen Pilze so haben.

Da gibt es so kuriose Vertreter wie die Krause Glucke, das Schweinsohr oder das Judasohr. Auch der Gewimperte Erdstern, der Klebrige Hörnling und der Strubbelkopfröhrling haben ziemlich merkwürdige Namen. Manche Pilze haben Tolkien’sche Hobbitnamen: Erdritterling, Nelkenschwindling, Samtfußkrempling… bei letzterem könnte man sogar haarige Füße vermuten 😉

Am merkwürdigsten finde ich es allerdings, wenn Pilze ganz und gar unappetitliche Namen haben, im Büchlein jedoch als essbar deklariert sind – und das kommt durchaus häufiger vor, als gedacht. Oder wolltet ihr nicht schon immer mal ein Totentrompeten-Omelette auf der Speisekarte finden? Die Totentrompete ist laut Buch ein „besonders schmackhafter Speisepilz“. Der Fleischrote Gallerttrichterling, der Rauchblättrige Schwefelkopf oder der Blaugestiefelte Schleimkopf sind ebenfalls allesamt essbar und genießbar.

Da lobe ich mir halt den Satanspilz oder den Speitäubling – da ist der Name Programm, die beiden Kameraden sind nämlich definitiv giftig.

Bei all diesen seltsamen Namen frage ich mich doch, was den Biologen bei der Namensgebung so durch den Kopf gegangen ist. Aber man muss ja nicht alles verstehen.

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2 Kommentare zu “Wunderliches aus der Welt der Pilze

  1. datmomolein sagt:

    noch interssanter wird’s, da die meisten pilze – lokal begrenzt – andere heimisch namen haben.. merke ich hier in Sachsen, besonders aber, im südlichen Gefilden…

    so nennt man den satanspilz teilweilse auch judenpilz oder kuhfotzen (über letzter bedeutung möchte ich mich lieber nicht äussern),
    der rotfüssling nennt man auch samtkopf oder graspilz.
    die Marone gerne mal Tannenpilz , Bräunling, Frauenschwamm und mein Lieblingspilz „die Ziegenlippe“ auch Mooshäuptchen oder Gänsemaul.

    • rennhenn sagt:

      Das ist ja wirklich mehr als verwirrend. Am besten bleibt man dann wohl bei Champignons und Pfifferlingen, dann kann nix mehr schief gehen 😉

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