An der Nordseeküste

 

Wie ihr ja wisst, haben Stefan und ich einige Tage an der Nordsee verbracht. Als Urlaubsort haben wir uns Büsum ausgesucht.

Am 22. Juli ging’s dann also los, ab an die Norseeküste. Da wir ein klein wenig zu früh da waren, hatte die Dame aus der Pension unser Zimmer noch nicht ganz parat. So schlug sie uns also vor erstmal einen kleinen Spaziergang zu machen, was uns nach der langen Sitzerei nicht ganz ungelegen kam. Natürlich war unser erster Gedanke das Meer. Dieses war direkt in unserer Nähe, von unserer Pension aus konnte man den Deich fast schon sehen. Leider wurden wir enttäuscht. Als wir die Stufen zum Deich erklimmen wollten, wurden wir von einem Senior aufgehalten, der uns erklärte, dass man ohne Gästekarte nicht an den Strand dürfe. Eine solche Gästekarte bekäme man, wenn man die Kurtaxe von € 3,- entrichtet, sei in jeder Pension erhältlich. Grr, na, dann eben nicht. Sind dann eben in eine andere Richtung gelaufen, haben einen netten Park gesehen und dachten uns, dass man da sicherlich eine kleine Runde drehen könnte. Aber nein, auch hier wurden wir wieder aufgehalten – wir hatten den Kurpark erwischt. Immerhin war nach all dem Hin und Her eine halbe Stunde auch vergangen, sodass wir zurück zur Pension gingen, wo wir eincheckten und auch gleich eine Gästekarte erstanden.

Das Watt vor Büsum am Abend

Das Watt vor Büsum am Abend

Der Rest des Urlaubs verlief dann völlig unaufgeregt und ruhig. Wir hatten im Vorfeld nichts geplant und so haben wir jeden Tag auf uns zukommen lassen und nur das gemacht, was uns gerade in den Sinn kam.  Meist bestand dies aus Spaziergängen in Büsum, auf dem Deich oder im Watt. Apropos Watt… ist das schön, barfuß durch den kühlen Sand zu gehen, direkt auf dem Meeresgrund, und Muscheln zu sammeln.

Das Phänomen „Watt“ sehr faszinierend für mich. Ich war ja schon sehr, sehr oft am Meer, dann allerdings am Mittelmeer, wo Niedrig- und Hochwasser nur minimal zu beobachten sind. An der Nordsee bei Büsum jedoch zieht sich das Meer bei Ebbe um 12 km zurück und der „Höhenunterschied“ beträgt stattliche 2,7 m. Das hat mich echt umgehauen. Und so musste ich denn auch gefühlte 5-Drillionen Bilder vom Watt knipsen, ein besonders malerisches seht ihr oben 😉

Klippen von Helgoland

Klippen von Helgoland

Ein weiteres Highlight war die Fahrt nach Helgoland. Meine Sorge, dass ich seekrank werden könnte, war zum Glück unbegründet und so haben wir die 2 Stunden dauernde Schifffahrt sehr genossen. Helgoland selbst ist eine wunderschöne Insel mit aufregender Vergangenheit. Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage wurde sie in der Vergangenheit mehrmals militärisch missbraucht. Das begann im ersten Weltkrieg und gipfelte mit den Nazis, die die Insel nach ihren Vorstellungen umbauten und mit einem Bunkersystem unterhöhlten. Die Engländer haben die Insel letztendlich mit lustigen Bömbchen platt gemacht und noch einige Zeit nach Kriegsende für Sprengversuche benutzt. Inzwischen hat sich Helgoland davon erholt, auch wenn es noch immer mit den Spätfolgen dieser miesen Behandlung zu kämpfen hat. Heute leben etwas über 1000 Einwohner auf der Insel, eine Menge Schafe und eine Menge Seevögel. Außerdem ist Helgoland ein einziger Duty-Free-Shop, was so einige Besucher voll ausgenutzt haben, den Dutzenden von Tüten nach zu schließen, die da bei der Rückfahrt wieder auf’s Schiff geschleppt wurden.

Der Helgoland-Tag war übrigens der einzige Tag, an dem das Wetter konstant so richtig sommerlich schön war. Haben uns dann auch direkt einen Sonnenbrand geholt *lol* An den anderen Tagen gab’s jeden Tag mindestens einmal Regen, am vorletzten Abend sind wir sogar in ein heftiges Gewitter hineingeraten, vor dem wir uns triefnass in ein Fischrestaurant am Hafen gerettet haben. Mmh, Fischrestaurant, gutes Stichwort. Wir haben jeden Tag lecker Fisch gegessen. Wunderbar, wenn die Viecher direkt vom Meer aus auf den Tellern landen. Übrigens hab ich mich in die Büsumer Krabbensuppe verliebt… sooo lecker! Also falls jemand das Rezept dazu hat, nur her damit 😉

Ja, und dann war der Urlaub auch viel zu schnell wieder vorbei. Auf der Rückfahrt gen Süden haben wir noch einen kleinen Stop in Friedrichskoog eingelegt. Dort gibt es eine Robbenaufzuchtstation, die besichtigt werden kann. Auch das war sehr interessant und die Tiere sind einfach zuckersüß. Allerdings war dort echt viel los, vorallem Kinder rannten dort verständlicherweise in rauen Mengen herum. Sind denn auch nicht zu lange geblieben und nachdem wir eine geschlagene halbe Stunde im rammelvollen Souvenirshop an der Kasse gestanden hatten, waren wir dann auch voll bedient und machten uns auf den Heimweg.

Wir haben einige wunderschöne Tage im Norden Deutschlands verbracht. Sehr ruhig zwar, aber für uns war das genau das Richtige. Wer nicht auf Dauerparty à la Malle steht, dem sei die Nordsee ebenfalls wärmstens empfohlen. Hier findet ihr übrigens noch eine kleine Auswahl der 480 Bilder, die wir verknipst haben – viel Spaß beim Gucken!

Advertisements

11 Kommentare zu “An der Nordseeküste

  1. Das ist ein schöner Reisebericht. Ich habe mir gerade auch die Fotos angesehen. Von mir aus hättest Du alle 480 Bilder veröffentlichen können. 🙂
    Ich bin so richtig ins Schwärmen gekommen. Die Rennhenn und ihr zukünftiger Ehemann sehen auch sehr fesch aus. Lustig, dass Du eine ähnliche Brille trägst wie ich auch. Sie steht Dir soo gut. 🙂
    Zurück zu den Bildern. Beeindruckend , wie wild das Meer auf einigen Fotos rüber kommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Natur einen nachhaltigen Eindruck bei Euch hinterlassen hat. Von mir aus kannst Du gern noch mehr Fotos zeigen, ich schaue sie mir alle an und wenn es eine Stunde meiner Zeit in Anspruch nimmt. 🙂

    LG und schön, dass Du gesund und munter wieder zurück bist.

  2. MorAntscha sagt:

    Da hattet ihr aber einen schönen Urlaub.

    Find ich toll. Habe mir auch direkt mal die Bilder angesehen. Klasse! ABER: Ich bin der gleichen Meinung wir Frau Wolkenlos, hättest auch alle veröffentlichen können. o sitzt man irgendwie auf heißen Kohlen…

    😉
    Aber schn das du wieder da bist.

  3. rennhenn sagt:

    Danke für eure lieben Kommentare *drücki* 😀

    Frau Wolkenlos, ja, das Meer ist schon was tolles. Würde am liebsten am Meer wohnen, hach.
    Ich mag meine Brille auch sehr gern. Hätte zwar lieber eine komplett schwarze Fassung, aber das wirkt bei meinem Mondgesicht etwas erdrückend 😉

    Morantscha, also eigentlich hätte ich noch ein paar Tage vertragen können *dumdidum*

    Sobald bei mir wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, werd ich noch einen Schwung Bilder hochladen – geb euch dann natürlich Bescheid!

  4. Rio sagt:

    Huhu, endlich komme ich zum Kommentieren hier. Freut mich, dass es euch da so toll gefallen hat. Ist halt am Meer immer toll. Nur das die Nordsee dieses tolle Feature der E & F bietet. Wattwanderung ist eh saugeil. Msal schauen ob wir es hier auch nochmal an die Nordsee schaffen (Holland).

  5. rennhenn sagt:

    Also gewandert sind wir nicht, eher spaziert. War aber total schön. Richtig entspannt. Hätte gut und gerne noch ne Woche dranhängen können, echt toll da oben.

    So weit ist es von euch doch nicht nach Holland, wenn ich mich net irre. Aber weißt du was? Dänemark fänd ich noch interessanter.

  6. Rio sagt:

    Sind 230 Kilometer bis zum Wasser

  7. rennhenn sagt:

    Na, das ist wirklich nicht weit… da kommt ihr sicherlich noch hin. Jetzt geht’s ja wieder bergauf, da ist ein Badeurlaub auch net so unrealistisch möchte man meinen.

  8. Rio sagt:

    Ne, weit nicht. Aber da gehört ja dann auch die nötige Kasse dazu. Sprit für 450 Kilometer kost schon einiges, und dann noch hier und da ein paar Ausgaben. Haben grad erst ungeplante 1000 € ausgeben müssen. Alles Angesparte fürs Kinderzimmer weg. Somit muss die Kleene noch bis nächstes Jahr warten und Urlaub gibts dies Jahr eh keinen, ausser hin und wieder mal ein paar Tage in der Eifel. Doofes Jahr, aber wird auch wieder besser.

  9. Gasoline sagt:

    Jo, klar. Meinte auch nur, dass Holland mittelfristig gesehen ein realistisches Reiseziel ist… verglichen mit Island oder Australien zB 😉

    Das wird schon, Rio. Es kann nicht immer nur scheiße laufen und du hast ja noch deine beiden Mädels.

  10. Nila sagt:

    Boah, da hast du aber echt wunderschöne Fotos mitgebracht. Ich habe mir die ganze Palette angeguckt. Schön, dort oben!!!
    Ein sehr guter Freund von mir lebt in Norddeich. Lol, ich sollte dem mal dringend einen Besuch abstatten.
    Liebe Grüsse

  11. abraxandria sagt:

    nach büsum wollte ich auch schon immer mal.
    kannste das empfehlen?
    mit der kurtaxe iist ja ärgerlich. aber das kenne ich auch von cuxhafen. da darf man auch nur mit kurkarte an deich und strand. ziemlich blöd kommt man sich da vor.
    ich bin gern an der nordsee. ich mag es, dass sie so wild ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s