COPD

Bis vor wenigen Monaten konnte ich mit dieser Buchstabenfolge nix anfangen, geschweige denn mir darunter etwas vorstellen. Um ehrlich zu sein wusste ich nicht einmal, dass es sowas gibt.

Bis mein Opa Anfang des Jahres ins Krankenhaus kam. Er litt unter einem üblen Magen-Darm-Virus und da er Diabetiker ist und zudem herzkrank, hielt es seine Hausärztin für klüger ihn ins Krankenhaus zu überweisen. Die Magen-Darm-Geschichte klang denn auch tatsächlich nach einigem Hin und Her ab und überließ den Platz einer Lungenentzündung. Stutzig machte uns, dass mein Opa seit 1-2 Jahren generell anfällig für Lungenentzündungen ist und als es ihm immer schlechter ging, drängten wir auf eine Verlegung in das hiesige Bundeswehr-KH. Mit Erfolg. Nach einigen Untersuchungen stand denn auch bald eine Diagnose… COPD.

COPD bedeutet Chronic Obstructive Pulmonary Disease. Zu deutsch: chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Zusammenfassend kann man sagen, dass hierbei die Bronchien und die Lungenbläschen angegriffen sind, was zu Husten, Auswurf und Atemnot führt. Durch bestimmte Faktoren wie z.B. Infekte und andere Krankheiten verschlimmert sich das Ganze, die Krankheit macht einen sogenannten Schub. Hier kann ein Schnupfen sehr, sehr ernste Folgen haben. Leider lässt sich COPD nicht heilen. Es lässt sich lediglich das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Laut Wikipedia ist COPD in den USA heute bereits die vierthäufigste Todesursache, Tendenz steigend. Ursachen hierfür sind Umwelteinflüsse, Staubbelastung und ganz vorne das Rauchen. Fast alle COPD-Patienten sind/waren Raucher. Also liebe Raucher: schmeißt eure Kippen in die Tonne, tut weder euch, noch euren Lieben einen derartigen Kummer an!

Was macht man nun also, wenn man so eine Diagnose erhält? Selbstverständlich war die ganze Familie völlig durch den Wind und vorallem die ersten Wochen waren sehr schwer, musste man sich doch plötzlich mit einer schweren und lebensbedrohlichen Krankheit eines lieben Menschen auseinandersetzen. Insbesondere mein Opa und meine Oma als Direktbetroffene waren ganz elend. Und wenn ich an die beiden denke, so ängstlich und besorgt, kommen mir noch immer die Tränen.

Aber tatsächlich… man arrangiert sich. Nachdem der erste Schock etwas abgeklungen war und man sich ausgiebig zum Thema informiert hatte, zog der Alltag langsam wieder ein. Mittlerweile können wir damit umgehen und gerade meine Großeltern haben sich daran gewöhnt, ihre Wohnung mit einem blubbernden Sauerstoffgerät und einer Hausapotheke von beeindruckendem Umfang zu teilen. Und auch daran, einen großen Bogen um kranke Menschen zu machen und ihre Ernährung umzustellen. Es ist mühsam und manchmal alles andere als schön und doch sind wir froh, dass wir nun eine Diagnose haben und dementsprechend handeln können.

Momentan sind wir auf der Suche nach einem Sauerstoffkonzentrator. Die Kasse stellt natürlich nur ein Beatmungsgerät zur Verfügung. Leider ist das von der Kasse überlassene Gerät nicht geeignet, um über’s Wochenende wegzufahren. In zwei Wochen findet allerdings eine große Familienfeier bei Stefans Eltern statt, an der meine Großeltern wahnsinnig gern teilnehmen würden… für diesen Anlass versuchen wir daher gerade eine Lösung zu finden. Ideal wäre es, wenn man Geräte für wenige Tage anmieten könnte – ist das möglich? Auch bei ebay stehen neuwertige Geräte zum Verkauf, eventuell wäre auch das eine Investition wert.

Wenn also jemand von euch einen Tipp für uns hat, wäre ich sehr dankbar. Ansonsten würde mich interessieren, ob euch die Krankheit COPD bekannt ist und ob ihr gar einen Betroffenen kennt. Ich kannte die Krankheit nämlich nicht und bin nach wie vor brennend an allen neuen Infos und Berichten interessiert.

Danke an alle für’s geduldige Lesen – dieses Thema war mir sehr wichtig.

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11 Kommentare zu “COPD

  1. zaubi sagt:

    Hmmm, also diese Krankheit ist mir auch gänzlich unbekannt, aber man lernt bekanntlich nie aus.
    Ich wünsch Euch und deinem Opa alles Gute*knuddel

  2. heidi sagt:

    Hallo,Gaso!Das tut mir sehr leid für Deinen Opa und für euch alle! ich würde Dir gerne einen Tipp geben,aber ich kenne die Krankheit nur vom hörensagen.Mein Opa hatte Lungenkrebs und meine Oma hat ihn sehr lange gepflegt.Da wir damals noch alle unter einem Dach lebten,war von den Erwachsenen immer eine helfende Hand da!Ich wünsche euch allen viel Kraft und das Dein Opa ein passendes Gerät bekommt,damit Deine Grosseltern dieses Familientreffen mitmachen können!Mit den besten Wünschen,Heidi!

  3. rennhenn sagt:

    Danke zaubi… kannte das ja wie gesagt auch nicht. Um ehrlich zu sein hätte ich auch drauf verzichten können :-/

    Heidi, vielen lieben Dank für deine netten Worte 🙂 Du kennst die Krankheit immerhin, wir standen da wie die Ochsen vorm Berg. Momentan geht es ihm noch ganz gut. Natürlich wird er schnell müde und kann einfach nimmer so wie früher, aber es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Kann mir vorstellen, dass die Pflege deines Opas damals recht schwer für alle Beteiligten war, trotzdem schön, dass er im Kreise seiner Familie sein konnte und alle zusammengeholfen haben.

    Übrigens: habe heute einen Mietservice für Sauerstoffkonzentratoren entdeckt. Die Mietgebühren sind super und allein die Möglichkeit bei Bedarf ein solches Gerät anmieten zu können, ist wirklich großartig. Werde morgen da anrufen und mich nach den genauen Konditionen erkundigen – drückt die Daumen, dass die Möglichkeit klappt!!!!!

  4. heidi sagt:

    Hallo,Gaso!Das freud mich sehr,dass ihr etwas in Aussicht habt!Wünsche euch ganz dolle,dass es klappt!

  5. Rio sagt:

    Also ich kannte die Erkrankung. Hatte früher einige Patienten die darunter litten. Ist ne fiese Sache. Ich weiss ja wie schlimm es ist, unter Atemnot zu leiden. Manchmal ist es so schlimm, dass man wirklich Todesangst entwickelt.

    Ein Segen sind da tatsächlich die Kondensatoren. Damals als ich in der Pflege anfing (1990) musste man da noch nen kompletten Wagen mit Sauerstofflasche und Wassertank mit sich ziehen. Heute gibts die Kondensatoren glaube ich schon zum Umhängen wie ne Tragetasche. Umso besser, dass es da dann noch soeinen Mietservice gibt.
    Aber wird sowas nicht eh von der KK gestellt ?

  6. rennhenn sagt:

    Naja, die stellen natürlich nur eine Beatmungslösung zur Verfügung. Nach der Diagnose hat er für Zuhause einen Sauerstoffkonzentrator erhalten. Meinst du das mit Kondensator? Jedenfalls ist das ein etwa stuhlhoher Kasten, der per Strom Sauerstoff aus der Raumluft zieht. Hier mal ein Link:

    Diese Lösung war ok, aber nicht zufriedenstellend. Da er ja auch ab und an zum Arzt muss und auch so vor die Tür gehen mag, dabei aber eigentlich rund um die Uhr Sauerstoff benötigt, war das Gerät nix, da einfach zu unhandlich. Also hat meine Oma bei der Kasse angerufen und geschildert, dass mein Opa eigentlich noch recht aktiv ist und gefragt, ob es da nicht eine bessere Lösung gäbe.

    Ende der Geschichte: vergangene Woche wurde der Konzentrator abgeholt, stattdessen ein Riesenmonster von Pumpe geliefert, die Platz für 45l Sauerstoff bietet. Dieses Ding ist für die Heimversorgung gedacht. Für unterwegs gab’s eine kleinere Flasche im Rucksack dazu, die an der großen aufgefüllt werden kann. Aber: in der kleinen Flasche ist lediglich Sauerstoff für 5 Std. drin. Was natürlich keinen Wert hat, wenn man einige Tage wegfahren möchte, zumal das Riesenmonster nicht transportiert werden kann, da zu schwer. Und erwähnte ich, dass es riesig ist? Es gäbe zwar noch andere Geräte, die übernimmt die Kasse aber nicht.

    Und so sind wir drauf gekommen, einen Konzentrator zu mieten. Der ist zwar etwas unhandlich, aber immerhin transportabler als das momentane Vieh und vorallem kann damit rund um die Uhr Sauerstoff generiert werden ohne auf Sauerstoffflaschen angewiesen zu sein.

    Puuuh, das war lang, ich hoffe, du bist unterwegs net eingeschlafen 😀

  7. Rio sagt:

    Also ist echt ein Unding was sich die Kassen manchmal erlauben. Anstatt für einen kranken Menschen die Lebensqualität zu erhalten, weil ja ein zufriedener Mensch der sich „wohlfühlt“ einfach weniger an seiner Krankheit leidet, begrenzen die das. Das ging mir schon immer gegen den Strich, hauptsache sie können ihre überdiemensionalen Kassengebäude mit Wasserfällen und Bäumen im Haus etc. finanzieren, aber das ist ein anderes Thema.

    Ja, ich meinte sowas mit Kondensator. Na jedenfalls toll, das man dann die Möglichkeit hat, sowas zu mieten. War mir bisher auch nicht bekannt. Tolle Idee sowas.

  8. rennhenn sagt:

    Ja, das ist schon traurig. Mein Opa wird zwar schnell müde und Anstrengung macht ihm durchaus zu schaffen, aber es ist ja bei Weitem nicht so, dass er ans Haus gefesselt wäre, er kann ja unterwegs sein, wenn auch vorsichtig. Aber weißt du, Rio… wir machen das auf die italienische Art… schimpfen und dann einfach selber was improvisieren 😉

    Habe gestern die definitive Zusage vom Sanitätshaus erhalten und direkt den Auftrag gegeben. Es hat geklappt… und jetzt freuen wir uns alle wie die Kekse, dass meine Großeltern tatsächlich mitfahren können, juhu 😀
    (bin aber noch ein bissl nervös, beruhig mich wohl erst, wenn das Gerät am 19.05. auch wirklich eintrifft)

  9. Rio sagt:

    Na, das freut uns doch !!

    schimpfen und dann einfach selber was improvisieren 😉

    Sehr gut, da bin ich ja auch fast Italiener 😉

  10. rennhenn sagt:

    Da siehst du mal.. sind wir nicht alle ein bisschen bluna 😀

  11. […] ist als Fussballtrainer sehr eingebunden und außerdem wollten wir meinen Opa aufgrund seiner Krankheit nicht zu sehr strapazieren. Er hat die beiden Tage zwar super überstanden und es ging ihm auch […]

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