Der Soundtrack meines Lebens – ein Auszug

 
„Nichts ruft die Erinnerung an die Vergangenheit so lebhaft wach wie die Musik.“
Anne Louise Germaine de Stael, (1766-1817), frz.-schweiz. Autorin

Eben bin ich auf Youtube über ein paar alte Songs von Paradise Lost gestolpert. Die ersten Töne haben ausgereicht, um mich umgehend in ein Zugabteil zu versetzen. Das erste Jahr meiner Studienzeit bin ich nämlich täglich per Bahn von Ulm nach Augsburg, wo ich studiert habe, gependelt. Immer dabei… mein Discman und diverse CDs. Unter anderem die „Draconian Times“ von Paradise Lost. Und noch eine musikalische Zugerinnerung: bei My Dying Bride sitze ich automatisch in der Scottish Railway und fahre mit meiner Freundin durch die Highlands… und denke dabei an einen gewissen Mike aus Glasgow, aber das ist eine andere Geschichte 😉

 Aber auch aus meiner Kindheit ist mir einiges in Erinnerung geblieben. Ganz schrecklich: „Boys, Boys, Boys“ von Sabrina Salerno. Ein musikalischer SuperGAU, lässt mich aber doch immer an die Sommerferien denken, die wir bei meiner Familie in Italien verbracht haben. Da ist die Rennhenn dann wieder ein Küken, das auf dem Rücksitz laut (und falsch!) mit Bruder, Cousin und Cousine aus dem Autofenster heraus singt. Besonders warm ums Herz wird’s mir bei „She drives me crazy“ von den Fine Young Cannibals. Da bin ich dann wieder 8 Jahre alt und stehe mit meiner Mama abends in der Küche und backe Kuchen. Wie jeden Freitag. Und wie jeden Freitag läuft nebenher die Hitparade auf Bayern 3.

 Oder „Das Beste“ von Silbermond. Ich weiß, total kitschig und ca. 1 Milliarde Pärchen haben das zu IHREM Song auserkoren. Und trotzdem… mein Schatz hat mir die Maxi zum vorletzten Valentinstag zusammen mit einer Rose überreicht und wenn ich nun das Lied im Radio höre, werd ich plötzlich ganz glücklich.

 Mit manchen Liedern verbinde ich aber auch Negatives. So kann ich beispielsweise „November Rain“ von Guns’n’Roses nicht mehr anhören. Wenn das irgendwo gespielt wird, muss ich den Raum verlassen. Das Lied wurde auf der Beerdigung eines Freundes gespielt, seither kann ich es nicht mehr ertragen.

Musik ist was Wundervolles. Musik transportiert Stimmung und sie macht Stimmung. Sie schafft Erinnerungen an gute Momente und an schlechte Momente. Sie unterstreicht das Leben. Soundtrack eben.

Erzählt mir von euren Soundtracks, was sie euch bedeuten und was ihr damit verbindet.

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13 Kommentare zu “Der Soundtrack meines Lebens – ein Auszug

  1. Karöttchen sagt:

    Starship – Nothing’s gonna stop us now

    An Silvester bei Singstar gesungen und diesen Abend nie vergessen!
    Für mich ein Freundschaftslied

  2. zaubi sagt:

    Boah, da gibts soviele Lieder , mit denen ich irgendetwas verbinde….

    nur ein beispiel : jegliche WDR4 Musik verbinde ich mit meinem Vater. Er hörte und sang für sein Leben gerne Schlager*gg Vielleicht kenne ich sie deswegen alle komplett mit Text 🙂 und beglücke auch manchmal meinen Ehemann damit*lol

    werd mich später noch genauer auslassen zu einigen Liedern, kriegen ja gleich Besuch!

  3. Rio sagt:

    Da gibts auch bei mir so einige Songs mit Erinnerungen und die Emotionen auslösen. z.B. ging mir mit einem Song von Illegal 2001 ähnlich wie dir, Gaso mit November Rain. Das war damals zu einer Frau in dem leben vor Zaubi. Sie war meine erste große Liebe und es war unser Lied. Sie ist gestorben und mit ihr für mich dieses Lied. Habe viele Jahre das Lied vermieden und viele Jahre an dem Tot meiner Verlobten gelitten. Doch seitdem ich Zaubi kenne, geht es wieder. ich mag es wieder hören weil meine Gefühle nicht genauso sind für sie sondern viel stärker als ich jemals einen Menschen geliebt habe. Und das Lied kann ich wieder ertragen. Es heisst „Einmal um die Erde und zurück“

    Dann von Queen „We`re the Champions“ weil es auf der Abschlussparty nach meiner Ausbildung zum Pfleger gespielt wurde … ca. 246 mal, da wir in der Krankenpflegeschule das beste Ergebnis einer Klasse seit bestehen der staatlichen Ausbildung geschafft hatten.

    Onkelz – Nur die besten sterben jung erinnert an einen freund, der mit seinem Mtorrad tödlich verunglückte.

    Von Black – Everything’s Coming Up Roses, was mich an ne extreme aber saugeile Discozeit erinnert.

    Oder auch Self Esteem von Offspring an ne wilde Zivildienstzeit im Schwesternwohnheim der FK Heiligenhafen.

    Soll nu erstmal reichen. Gibt sicher noch viel mehr, was mir nu so nicht einfällt.

    Übrigens, schönes Thema. Schade das es im maiwochenende etwas untergeht.

  4. barbara sagt:

    da gibt es ganz viel, was mich in Erinnerungen schwelgen läßt. Früher auf Feten oft gehört: Procol Harum – A whiter shade of pale (1967)
    Ich glaube, da hatte ich das erste Mal Pedding 😉

  5. rennhenn sagt:

    Wirklich interessant, was da zusammen kommt – danke für eure Beiträge 😀

    Rio, schön, dass du das Lied wieder hören kannst. Ich weiß nicht, ob mir das mit November Rain jemals wieder gelingen wird. Schade, denn das ist ein wirklich schönes Stück.

  6. Rio sagt:

    @ gaso: Im Moment wird dich das Lied noch immer an seinen Tot erinnern, aber die Zeit wird das verändern. Vielleicht wird es dich irgendwann an die Person erinnern. Ich denke er mochte das Lied auch und so verkörpert es ihn und das was er war. Vielleicht wirst du es irgendwann gern hören.

  7. frauwolkenlos sagt:

    Ich denke an Schmusestunden mit UB 40. 🙂 Nach der Trennung von meinem ersten Mann verbindet mich mit UB 40 nichts mehr. Mit meinem jetzigen über alles geliebten Mann verbinde ich Xavier Naidoo. Da könnt‘ ich was erzählen…
    Ne‘ fragt nicht. Ich erzähle es nicht. 🙂
    LG

  8. Rio sagt:

    @ Frau Wolkenlos: Doch, erzählen !!! Nicht hier andeuten und uns dann verhungern lassen *schimpf* *grins*

  9. rennhenn sagt:

    Hmm, Frau Wolkenlos, dann müssen wir uns eben selbst unseren Teil dazu denken 😀 😉

  10. frauwolkenlos sagt:

    @Rio,
    das war klar, Rio gibt sich nicht damit zufrieden. 🙂 Ich verweise auf Deine Phantasie. Stelle Dir etwas erotisches vor. Mehr sage ich jetzt aber wirklich nicht. 🙂 Auf die Zunge beiß…
    @ Rennhenn,
    das ist es was ich meine. 🙂

  11. Rio sagt:

    @ Frau Wolkenlos: Menno, ich bin doch so neugierig 😉

  12. Nila sagt:

    U2 With or without you. Erinnert mich an meiner unvergessliche Zeit in San Francisco. (1 Jahr) und meine grosse Liebe 😉

  13. rennhenn sagt:

    Hallo und willkommen, liebe Nila 😀

    Schönes Lied, U2 mag ich auch ganz gern.

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